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True Romance

Lorenzo Serafini über sein Traum-Label Philosophy

Mode ist Auftrag und Leidenschaft zugleich. Kein Designer versteht diesen Ansatz so perfekt wie Lorenzo Serafini, der die romantische Ader der italienischen Marke Philosophy zum Pulsieren bringt.

Text von Hollie Moat. Übersetzt von Raika Wollik.
Fotos: Boo George. Styling: Nik Piras.

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Erzählen Sie uns etwas über die aktuelle Kollektion von Philosophy…

 

Lorenzo Serafini: “Der Titel der Kollektion lautet ‘Castaway Romance’ und ist eine Hommage an den [1980er-Jahre] Film Die blaue Lagune. Ich war zehn Jahre alt, als ich den Film zum ersten Mal sah, und seitdem hat er mich nie wieder losgelassen. Aus dem Film stammt die Idee von eleganter Spitze und viktorianischen Kleidern mit 80er-Jahre-Flair – designt für die moderne Frau von heute. Das Konzept war ‘losgelöst’, sehr einfach, die Models sahen mit ihrem Haarstyling und ihrem sonnengeküssten Teint aus, als wären Sie gerade auf einer einsamen Insel gestrandet.”

 

Stimmt es, dass Sie ein großer Fan von der Hauptdarstellerin Brooke Shields sind?

 

“Ich liebe Sie über alles! Seit der ersten [Philosophy] Show ist sie meine Muse – in Pretty Baby und Endlose Liebe. Sie war das ultimative Schönheitsideal, aber nicht unnahbar: Sie hätte glatt ihre beste Freundin sein können. Diese Mischung aus überwältigender Schönheit und lässiger Attitüde finde ich großartig.”

 

Ärmellose Jacke, Kleid (bald erhältlich), Gürtel (bald erhältlich), und Stiefel (bald erhältlich), von Philosophy die Lorenzo Serafini.

 

Viele Ihrer Kollektionen haben Einflüsse aus den 80er-Jahren. Gibt es einen Grund, warum Sie immer wieder auf diese Dekade zurückgreifen?

 

“Das ist einfach mein Bauchgefühl – ich glaube bei Mode darf man nicht zu viel hinterfragen, sonst stellt man sich selbst ein Bein. Ich bin meinem Instinkt gefolgt und habe mich für die Zeit entschieden, die am besten zu Philosophy passt. Die Spitzenkleider der 80er-Jahre sind von der viktorianischen Epoche inspiriert, und die 50er-Jahre hatten auch einen großen Einfluss [auf die Dekade]. Designs wurden neu interpretiert… wie bei Pretty in Pink, mit Molly Ringwald. Auch eine meiner Ikonen!”

 

Das Wort ‘romantisch’ ist fast schon ein Synonym für Philosophy die Lorenzo Serafini geworden. Finden Sie die Beschreibung passend?

 

“Ich liebe dieses Wort. Es war das erste Wort, das mir in den Sinn kam, als ich bei dem Label anfing. Ich bin von Kopf bis Fuß ein Romantiker, aber ich setze das Konzept gerne in Kontrast – diese Saison verwenden wir überwiegend weißes Leder, ein edles Material mit Punk-Attitüde. Ich glaube Romantik wird heutzutage nicht mehr mit Schwäche in Verbindung gebracht; heute kann man seine weiche Seite selbstbewusst zeigen. Wir müssen uns nicht mehr verstecken, wenn wir unsere Gefühle zeigen wollen. Der Frauenmarsch in Washington… die Frauen von heute sind stolz und selbstbewusst, das ist fantastisch!”

 

Jacke, und Kleid über Dolci Trame, von Philosophy di Lorenzo Serafini.

“Ich mag es Romantik in Kontrast zu setzen… Heutzutage müssen wir unsere weiche Seite nicht mehr verstecken… die Frauen von heute sind stolz und selbstbewusst, das ist fantastisch!”

Kleid über Divincenzo, und Gürtel (bald erhältlich), von Philosophy di Lorenzo Serafini.

 

Sie haben die letzten Saisons an der Ästhetik für Philosophy gefeilt – was ist das Geheimnis, um in einem so stark umkämpften Markt herauszustechen?

 

“In der Modewelt gibt es unendlich viele Möglichkeiten. Man muss seinen eigenen Weg gehen und wenn man ihn gefunden hat, darf man davon nicht abweichen. Nur dadurch kann man wachsen und sich im Mode-Dschungel einen Namen machen!”

 

Über Ihre Kollektionen wird immer gesagt, dass sie sehr tragbar seien. Ist das Absicht oder purer Zufall?

 

“Ganz klar Absicht. Ich will nicht ‘posh’ sein oder etwas designen, das zu gewollt aussieht. Bei Kleidung sollte immer die Person im Vordergrund stehen. Für mich ist wichtig, dass man in der Kleidung möglichst natürlich und selbstbewusst aussieht. Wenn man sich nicht wohlfühlt [in seiner Kleidung] ist jeder Look zum Scheitern verurteilt.”

 

Lassen Sie sich bei Ihren Kollektionen von einer Muse oder einem bestimmten Frauenbild inspirieren?

 

“Nein, denn ich habe den Anspruch, dass alle Frauen meine Mode tragen können. Wenn ich eine Muse habe [für eine Kollektion], ist das etwas anderes, weil es ein Ideal ist, etwas, das einen träumen lässt – die ganze Modewelt ist schließlich ein einziger Traum. Aber wenn es um das wirkliche Leben geht, möchte ich, dass jede Fraue meine Designs tragen kann. Für mich ist es das größte Kompliment, wenn ich sehe, dass eine Frau etwas von mir trägt – es gibt für mich nichts Schöneres.”

 

Kleid über O’ und Gürtel (bald erhältlich) von Philosophy di Lorenzo Serafini.

 

“Die Arbeit an einer Kollektion ist ein organischer Prozess, der fließend verläuft. Ich versuche nicht zwingend Ideen zu finden; wenn mir eine Idee kommt, speichere ich sie und komme darauf zurück, wenn die Zeit reif ist.”

Jacke (bald erhältlich), Hose über Penelope und Gürtel (bald erhältlich) von Philosophy di Lorenzo Serafini.

 

Die Nachfrage an Kollektionen nimmt mit jeder Saison zu. Wie beeinflusst das Ihre Arbeit als Designer?

 

“Ich glaube damit geht die Leidenschaft für Mode etwas verloren. Es schadet der Modewelt; vielleicht sollten wir lernen, geduldiger zu sein. Man hat gar keine Zeit mehr, Looks wirklich auszuleben. Aber ich glaube fest daran, dass eine Frau auf ein Kleid warten kann. Wir müssen uns alle mehr Zeit nehmen, die Dinge zu genießen – es darf nicht alles sinnlos sein und die Umwelt belasten. Die Vorbereitung auf eine Kollektion, die Recherche, ist mit das Best an diesem Job. Wenn man sich dafür nicht mehr Zeit nehmen kann, dann verschwindet dieser Prozess irgendwann und es gibt keine Leidenschaft mehr. Fast so als würde man ein Pferd dazu zwingen, immer schneller und schneller zu laufen, und irgendwann fällt es tot um. Mode ist manchmal wie ein Wettrennen. Die Arbeit an einer Kollektion ist jedoch ein organischer Prozess, der fließend verläuft. Ich versuche nicht zwingend Ideen zu finden; wenn mir eine Idee kommt, speichere ich sie und komme darauf zurück, wenn die Zeit reif ist.”

 

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Kollektionen auf der ganzen Welt gut ankommen? Immerhin sind die Jahreszeiten auf der Nord- und Südhalbkugel genau entgegengesetzt…

 

“Für eine Kollektion, die vermarktet werden soll, braucht man einen cleveren Ansatz. Man muss leichte und schwere Stoffe miteinander verbinden. Wir haben in dieser Hinsicht großes Glück: Für unsere femininen Designs verwenden wir leichte Stoffe, die den ganzen Tag über tragbar sind, egal ob in Mailand oder Tokio! Wer leichte Spitze oder Chiffon trägt, kombiniert es mit einem dickeren Piece, das man später ausziehen kann. Es ist alles eine Frage des Stylings.”

 

Philosophy di Lorenzo Serafini ist ein sehr modernes italienisches Label – was bedeutet es für Sie, ein italienischer Modedesigner zu sein?

 

“Italienische Designer haben immer ihren ganz eigenen Stil – genau wie französische oder amerikanische. Sie sind mit Leib und Seele Italiener. Ich kann meine Wurzeln nicht verleugnen, ich bin sehr stolz auf meine Herkunft und darauf, dass wir selbst einfachen Dingen einen Hauch Glamour verleihen können.”