Wird geladen...

Wird geladen...

Wird geladen...

Möchten Sie bei Damen oder Herren shoppen?

Möchten Sie bei Damen oder Herren shoppen?

Willkommen bei Farfetch! Anmelden oder Konto erstellen
 

 

Stella McCartneys Stern leuchtet heller denn je. Wir sprechen mit der Designerin über Nachhaltigkeit, Eigenverantwortung und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen

 

Text von Ryan Thompson. Fotos von Camilla Armbrust. Styling von Sally Bottomley.

 

Jetzt shoppen

 

Seit sie 1995 nach dem Studium an der renommierten Hochschule für Mode und Design Central St Martins ihre Abschlusskollektion präsentierte, schwimmt Stella McCartney gegen den Strom und macht sich mit unerschütterlichem Durchsetzungsvermögen für ethische und nachhaltige Mode stark. Sie ist nicht müde geworden, allen, die nicht an die Überlebensfähigkeit ihres Geschäftsmodells in der Modeindustrie glauben wollten, das Gegenteil zu beweisen. Heute sticht sie mit ihrem uneingeschränktem Erfolg als Innovatorin heraus, die jungen, gleichgesinnten Designern den Weg ebnet. Wir haben uns mit ihr getroffen und über den besonderen Reiz der Schneiderkunst, Bio-Karotten und ein neues Biotech-Verfahren zur Herstellung von synthetischer Spinnenseide zu sprechen.

 

Mantel, Pullover, Rollkragenpullover und Jogginghose, von Stella McCartney.

 

“Am Anfang wurde ich ausgelacht. Leute, mit denen ich zusammengearbeitet hatte und die meine Vorbilder waren, sagten mir, dass ich nie ein richtiges Unternehmen haben würde.”

 

Farfetch: Viele Leute dachten sicher, Sie seien verrückt, als Sie das Konzept der Nachhaltigkeit mit der Mode in Verbindung brachten. Sie hatten den Mut, zu Ihren Überzeugungen zu stehen. Fühlen Sie sich heute bestätigt?
Stella McCartney: “Ich bin so aufgewachsen. Respekt vor anderen Lebewesen und eine von Achtsamkeit geleitete Lebensphilosophie wurden mir in die Wiege gelegt. Es versteht sich von selbst, dass ich diese Philosophie in mein Geschäftsmodell eingebunden habe.”

Wie stand die Modeindustrie zur Nachhaltigkeit, als Sie Ihr eigenes Label gründeten?
“Am Anfang wurde ich ausgelacht. Leute, mit denen ich zusammengearbeitet hatte und die meine Vorbilder waren, sagten mir, dass ich nie ein richtiges Unternehmen haben würde. Ich bin überrascht, dass ich heute Gehör gefunden habe und mehr Menschen sich für das Thema interessieren. Das ist ermutigend. Die Leute möchten mehr Informationen erhalten und ein größeres Bewusstsein für die Art ihres Konsums entwickeln.”

 

Sweatshirt, Hemd und Hose von Stella McCartney

 

Haben Männer Nachholbedarf, wenn es um nachhaltig hergestellte Kleidung geht?
“Ich denke nicht, dass Nachhaltigkeit in der Herrenmode ein großes Thema ist. Deshalb war es so wichtig, dass ich das mit meinen Kollektionen ausgleiche und die DNA unseres Labels zur Geltung bringe. Wir haben zum Beispiel tolle, lederfreie Sneakers aus nachhaltig gewonnenen, veganen Materialien. Bei anderen Kleidungsstücken verarbeiten wir biologisch abbaubare Baumwolle, nachhaltige Viskose, recyceltes Nylon und Polyester und unser eigens entwickeltes, innovatives Eco Alter Nappa (Polyester und Polyurethan mit Pflanzenölbeschichtung), nachhaltiges Holz oder Kork – unsere Auswahl an nachhaltigen Materialien ist groß.”

Was ärgert Sie am Nachhaltigkeitsansatz der Modeindustrie am meisten?
“Designer haben nicht die richtigen Informationen oder sind sich der Auswirkungen einfach nicht bewusst. Ich glaube, dass es vielen leider egal ist. Einige Designer möchten ihre Fertigungsprozesse sicher verändern, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen. Ich würde ihnen raten, einfach nach neuen Materialien zu forschen. Es gibt nachhaltige Alternativen! Wenn mehr und mehr Unternehmen diesen neuen Ansatz verfolgen, steigt die Nachfrage und die Anzahl der für die Herstellung benötigten Materialien. Wenn alle Menschen Bio-Karotten essen würden, gäbe es auf dem Markt nur noch biologisch angebaute Möhren. So einfach ist das!”

 

 

Jacke, T-Shirt, Jogginghose und Schuhe von Stella McCartney

 

“Die Modeindustrie gehört zu den Industriezweigen, die der Erde am meisten schaden und wir müssen Verantwortung übernehmen.”

 

Was ist die größte kreative Herausforderung bei der Arbeit mit nachhaltigen Materialien?
“Wir arbeiten sehr intensiv mit den einzelnen Teams zusammen und versuchen, eine Balance zu finden. Wir möchten das Unternehmen voranbringen, ohne dem Design-Team so viele Vorgaben zu machen, dass der kreative Schaffensprozess darunter leidet. Wir sind immer noch ein Modeunternehmen und die Qualität unserer Produkte hat oberste Priorität. Wir möchten beweisen, dass nachhaltig hergestellte Designermode nicht anders aussehen muss, sondern genauso schön, luxuriös und aufregend sein kann, wie alle anderen Outfits.”

 

Pullover und Hemd von Stella McCartney

 

Über welche Entwicklungen freuen Sie sich am meisten?
“Wir haben vor Kurzem unsere Zusammenarbeit mit Bolt Threads [Biotech-Startup mit Sitz in Kalifornien, das ein Bioengineering-Verfahren zur Herstellung von synthetischer Spinnenseide entwickelt hat] angekündigt. Das ist für mich eine wahnsinnig spannende Entwicklung – auf beruflicher und persönlicher Ebene. Ich habe das Gefühl, dass Mode, Nachhaltigkeit und technologische Innovation endlich als zusammenhängendes Gefüge betrachtet und verknüpft werden. Es war ein weiter Weg bis hierhin und jetzt haben wir endlich die Möglichkeit, die einzelnen Industriezweige zusammenzuführen, um die Zukunft des Planeten Erde zu verbessern. Dieser Schritt steht für ein modernes Modeverständnis. Achtsamkeit ist ein zentrales Thema.”

 

Smoking-Jackett, T-Shirt, Hemd, Hose und Schuhe von Stella McCartney

 

Sind Herrenkollektionen eine größere Herausforderung als Damenkollektionen?
“Ich muss gewohnte Pfade verlassen und umdenken. Die Herrenkollektionen geben mir die Möglichkeit zu experimentieren und die Herausforderung des Unbekannten anzunehmen. Ich habe während meines Studiums in der Savile Row mitgearbeitet. Die Liebe zum Schneidern liegt in der DNA des Labels. Ich bewundere die Kunst der maßgeschneiderten Anzüge. Sie ist für mich eng mit der Architektur verbunden. Wir arbeiten immer noch an der Botschaft des Stella-Mannes. Diese Saison verpassen wir seiner Garderobe mit einer Anspielung an die Klassiker ein frisches Update. Der Stella-Mann ist selbstbewusst und hat ein starkes Auftreten. Er steckt voll Impulsivität und genießt das Leben, aber er hat auch eine sanftere, traditionelle Seite. Die Herrenkollektionen sind von der britischen Musik und Schneiderkunst inspiriert.”

 

 

 

Jetzt shoppen